„Stell dich nicht an wie eine Mimose“ – viele sensible Menschen kennen diese Aussage und reagieren dann verletzt oder beleidigt. Redewendungen haben verschiedene Ursprünge – einige leiten sich vorn historischen Ereignissen ab, von Berufen oder der Landwirtschaft. Andere stammen aus der Natur und dies ist der Fall bei der berüchtigten Mimose. In unserem Bekanntenkreis gibt es eine Person, die sehr schwierig ist, wenn es um Kritik geht. Wehe man ist anderer Meinung oder hat einen anderen Vorschlag, dann mutiert die Mimose zur beleidigten Leberwurst. Meist rollt sie dann mit den Augen, bekommt Pickel am Hals und ich bereue es nach Sekunden etwas ausgesprochen zu haben. Eigentlich bin ich es leid, jedes Wort auf die Goldwaage zu legen und mit nachher ein schlechtes Gewissen zu machen.
Dabei ist die Mimose eine wunderschöne Pflanze und ich freue mich, wenn sie ca. Mitte Januar im Handel erhältlich ist. Mit den gelben Mimosen holte ich mir jedes Jahr den Frühling schon im Januar ins Haus, wenn es draußen noch kalt ist. Mimosen sehen nicht nur hübsch aus, sondern verströmen zudem einen dezenten, angenehmen Duft, der ein wenig nach Vanille und Honig erinnert. Sie bereichern jeden Blumenstrauß und lassen sich perfekt und leicht zu einem Kranz binden. Mimosen sind, wie ihr Name schon sagt sehr empfindlich und die kleinen Puschel trocknen schnell ein. Trotzdem hält sich die leuchtende Farbe auch im trockenen Zustand wochenlang und so steht der Kranz oft bis weit nach Ostern bei mir im Esszimmer.
Mimosen die als Schnittblumen verkauft werden stammen hauptsächlich aus der französischen Mittelmeerregion und Süditalien, wo sie in mildem Klima kultiviert werden. Die Mimose wird oft mit dem internationalen Frauentag am 8. März verbunden. Insbesondere in Italien, verschenken Männer gelbe Mimosen-Sträuße da die Blume als Symbol für Stärke, Zartheit und Weiblichkeit gilt. Die Mimose wurde wegen ihrer Eigenschaft gewählt, weil diese Blume, trotz ihrer scheinbaren Zerbrechlichkeit auch auf schwierigem Gelände wachsen kann. Perfekt um Frauen darzustellen.
Für den Kranz habe ich einen Strohrömer verwendet und ihr zuerst mit Moos ummantelt. Danach werden die Stiele auf eine Länge von ca. 5 bis 8 cm gekürzt. Dann wird der Kranz mit einem Blumendraht an einer Stelle umwickelt und das erste Sträußchen damit befestigt. Nun folgt Sträußchen für Sträußchen bis der Kranz vollkommen bedeckt ist. Kleine Lücken können nachträglich mit kleinen Zweigen und Patenthaften gefüllt werden. Mimosen sind sehr außergewöhnlich und reagieren auf Berührung, indem sie die gefiederten Blätter einklappen und nach einiger Zeit wieder ausstrecken. Für mich ist es fast schon eine Tradition Anfang des Jahres einen Mimosenkranz zu binden oder die gelben Puschel mit anderen Frühlingsblumen zu kombinieren. Jetzt liegt wenigstens im Haus ein Hauch von Frühling in der Luft!